Katerfrühstück

Wir bringen Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammen.

Jedes Jahr veranstaltet ARBEITGEBER KÖLN sein traditionelles Katerfrühstück. Immer am Aschermittwoch und immer in der 12. Etage des Hotel Pullman Cologne. Mit hochkarätigen Gästen greift die Veranstaltung in jedem Jahr aktuelle kommunale Themen auf. Im Rahmen von Statements, Vorträgen und Podiumsgesprächen werden diese kontrovers diskutiert. Teilnehmer/innen und Gäste des Katerfrühstücks sind Entscheidungsträger/innen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Katerfrühstück am 06. März 2019

„Köln wie entfesselt? Wohin entwickelt sich der Wirtschaftsstandort 4.0?“ Unter diesem Motto diskutierten beim 19. Katerfrühstück von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Mit dabei waren unter anderem Landesminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Kölns Stadtdirektor Dr. Stephan Keller.

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„Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist ganz entscheidend für eine leistungsfähige Wirtschaft“, betonte Michael Jäger, Vorsitzender der ARBEITGEBER KÖLN e. V., bei seinem Eröffnungsstatement vor rund 200 Gästen über den Dächern Kölns. Doch wer in und um Köln mit Auto oder Bahn unterwegs sei wisse, dass die Verkehrsinfrastruktur am Limit fahre. Ganz eindringlich warnte Jäger vor der derzeit diskutierten Express-Busspur auf der Aachener Straße: „Bei einem Arterienverschluss der Hauptverkehrsader im Westen der Stadt ist der Verkehrsinfarkt nicht mehr in weiter Ferne.“ Gut gemeinter Aktionismus führe nur zu noch mehr Stau und helfe am Ende auch nicht bei der Verbesserung der Luftqualität.

Doch nicht nur die Verkehrsinfrastruktur sei ein wichtiger Faktor für einen Wirtschaftsstandort. Mit den Entfesselungsgesetzen sei die nordrhein-westfälische Landesregierung angetreten, die Wirtschaft im bevölkerungsreichsten Bundesland von ihren Fesseln zu befreien. Noch immer hinke das Schwergewicht Nordrhein-Westfalen bei der wirtschaftlichen Entwicklung hinterher. Jäger begrüßte daher die ergriffenen Maßnahmen, gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Vieles braucht Zeit, um Wirkung zu entfalten. Die Entfesselung des angeschlagenen Riesen NRW ist eher ein Marathon, denn ein Kurzstreckenlauf.“

Wie wichtig eine übergeordnete Digitalstrategie für Kölns Wirtschaft ist, betonte in diesem Zusammenhang NetCologne Geschäftsführer Timo von Lepel. Die Basis für den digitalen Wirtschaftsstandort 4.0 sei bereits gelegt: „Köln nimmt mit Blick auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur deutschlandweit schon heute eine Spitzenposition ein. Mit der aktuellen Digitaloffensive werden bis 2022 70 Prozent aller Haushalte und Gewerbe über einen direkten Glasfaseranschluss verfügen. Darüber hinaus hat die Stadt das dichteste kostenfreie WLAN-Netz und auch im Bildungssektor sind bereits alle Kölner Schulen mit Glasfaser ausgestattet.“ Jetzt gelte es, die digitale Zukunft Kölns zu gestalten.

In seinem Impulsvortrag erklärte Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Mit der Entfesselungsoffensive hat die Landesregierung gleich zu Beginn alle für die Wirtschaft relevanten Gesetze, Verordnungen und Regelungen auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: In den ersten drei Entfesselungspaketen haben wir 40 Gesetze, Verordnungen und Regelungen abgeschafft oder vereinfacht, weitere Pakete sind in Vorbereitung. Ziel sind unkomplizierte und schlanke Regeln und Verfahren, die mehr Freiraum für Eigeninitiative und Innovationen ermöglichen.“

„Die Wirtschaft erwartet zu Recht von uns, dass wir unsere Hausaufgaben machen und ein leistungsfähiger Dienstleister sind“, so Stadtdirektor Dr. Stephan Keller. „Dazu gehören schnelle Genehmigungsverfahren genauso wie umfassende digitale Services. Mit der Verwaltungsreform werden wir moderner und leistungsfähiger; dafür stehen beispielsweise die Einführung des elektronischen Gewerbeanmeldeverfahrens und das Projekt zur Beschleunigung von Baugenehmigungsprozessen mit der Einführung der digitalen Bauakte. Als größte kommunale Bauaufsichtsbehörde in NRW gehört die Stadt Köln zu einer der sechs Pilotkommunen bei der durch das Land NRW beabsichtigten Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens. Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Qualität machen die Verwaltung zu einem Partner der Wirtschaft“, so Dr. Keller zusammenfassend.

 

Katerfrühstück am 14. Februar 2018

Das traditionelle Katerfrühstück von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne stand dieses Jahr unter dem Motto
Auf dem Weg zur Digitalmetropole: Nutzt Köln sein Potenzial?“

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„Die digitale Transformation durchdringt alle Bereiche unseres Alltagslebens. Die Wirtschaft ist hierdurch einem rasanten Wandel unterworfen“, eröffnete Michael Jäger, Vorsitzender von ARBEITGEBER KÖLN e. V., die Veranstaltung vor rund 200 Gästen. Auch die Stadtverwaltung müsse sich auf die digitale Zeitenwende einstellen. Das Bestreben der Stadtspitze, die Verwaltung noch digitaler und kundenfreundlicher gestalten zu wollen, könne er aus vollem Herzen unterstützen. Ihm sei bewusst, dass solche Umbruchprozesse Zeit und Energie bräuchten und dabei der Faktor Mensch nicht zu unterschätzen sei. „Dennoch führt am erforderlichen Mentalitätswandel kein Weg vorbei, um die digitale Verwaltung von morgen erfolgreich zu gestalten“, schloss Jäger an. In Richtung Unternehmerschaft mahnte er: „Der digitale Wandel geht alle an – Digitalisierung ist keinesfalls nur ein Thema für Großbetriebe. Auch kleinere und mittlere Unternehmen müssen sich das Thema auf die Fahnen schreiben, um nicht den Anschluss zu verlieren.“

Dies bekräftigte auch Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, der über das Projekt DigitalNetCologne, der Digitalisierungsoffensive für die Stadt Köln, berichtete. Mit dieser Offensive werde der Grundstein gelegt, um die Vorreiterrolle Kölns als „Digitale Hauptstadt“ weiter auszubauen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker beantwortete die Frage, ob Köln sein Potenzial auf dem Weg Digitalmetropole nutze, „ohne zu zögern mit ja“. Sie betonte noch einmal die Chancen, die mit der Digitalisierung einhergingen und ging auf die vor einem Jahr angestoßene Verwaltungsreform ein. Man wolle „besser, flexibler, schneller und bürgernäher“ werden.

Ein wenig Wasser in den Wein goss Prof. Dr. Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen. Er sehe Köln noch nicht als Digitalhauptstadt und bemängelte, dass Köln sein Potenzial bei jungen, innovativen Start-ups noch nicht voll ausschöpfe. Insgesamt vermisse er eine Gesamtstrategie der Stadt in Sachen Digitalisierung.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion sprachen Oberbürgermeisterin Reker, von Lepel und Prof. Dr. Kollmann weiter über die digitale Zukunft Kölns. Verstärkt wurden sie durch Tischlermeister Sebastian Bächer, Geschäftsführer der Bächer Bergmann GmbH. Bächer berichtete aus dem betrieblichen Alltag seiner Firma, die als digitales Vorzeigeunternehmen im Handwerk gilt. Dabei zeigte er anschaulich, wie Handwerk 4.0 trotz vieler Herausforderungen erfolgreich umgesetzt werden kann.